ANJALI MUDRA IST NICHT NAMASTE

  

Mudra bedeutet wörtlich “das was Freude macht”. Aber es bedeutet auch Zeichen, Siegel, Bekräftigung.
Ein Mudra ist eine symbolische Finger-, Augen-, oder Körperhaltung. Mudras stellen bestimmte Bewusstseinszustände bildhaft dar oder können zum Bewusstseinszustand führen, den sie symbolisieren.

 

Anjali Mudra hat seine Wurzeln in der Taittriya Upanishad. Die Hände vor dem Herzen aneinanderzulegen, locker, wie eine Lotosblüte kurz vor dem Öffnen der einzelnen Blütenblätter, bereitet auf Pranayama vor, bereitet auf Meditation vor. Diese Geste ist das Signal zu einer geistigen Haltung. Der Initialfunke zu aktivem Tun und gleichzeitigem Empfangen.

 

Das Herz -  und hier ist nicht das physiologische Herz gemeint, sondern der Ort an dem wir fühlen - wird durch die Lotosblume symbolisiert. Diese Herzlotosblüte öffnet sich sanft für Pranayama und Meditation.

 

Anjali Mudra ist also als Siegel der inneren Einstellung zu verstehen. Die Fingerbeeren sind aneinandergelegt, das Innere der Hände bleibt leicht geöffnet, der Blick ist gesenkt auf die Spitzen der Finger. Der innere Blick richtet sich dorthin, wo unsere Gefühle und unsere Intuition wohnen. Wir gehen in Verbindung mit unserem unveränderlichen Wesenskern, der uns innewohnenden Buddhanatur.

 

Anjali Mudra hilft uns fokussiert zu bleiben, erinnert uns daran das Herz zu öffnen und nichts weiter zu tun, als in diesem gegebenen Augenblick ganz und gar präsent zu sein.

 

Die Yoga Asana Praxis mit Anjali Mudra zu beginnen hilft mir, immer und immer wieder, mich zu zentrieren, das Wollen und den Ehrgeiz zu zähmen und in einen Modus des Empfangens zu schalten.

 

Ich lege zuerst die Hände vor dem Herzen zusammen, einatmend führe ich die Arme in einem großen Kreis über die Seiten nach oben. Hier angekommen strecke ich die Arme und lege die Hände weit über der Kopfkrone wieder in Anjali Mudra. Ausatmend bringe ich die Hände über vorne wieder vor das Herz.

 

Manchmal übe ich eine Sequenz von sitzenden Haltungen und beginne jede Einzelne mit Anjali Mudra.

 

Anjali Mudra symbolisiert die Lotos Blume, die nach oben zeigt, als ob unser Herz sich ausrichtet und aufsteigt, bereit, sich wie eine wunderschöne Lotos Blume im Licht der Sonne zu öffnen.

 

"Herz und Geist sind erfrischt, bereit sich im Licht der Lehre und der Praxis des Yoga zu öffnen.“   G.Mohan

 

                                                 

 

 

 

 

 

Die Namaste oder Namaskar Geste drückt Menschlichkeit aus.

In Asien ist sie vielerorts immer noch die übliche Gruß,- oder Dank Geste.

Die Hände werden vor dem Herzen zusammengelegt und man verbeugt sich leicht vor seinem Gegenüber und sagt Namaskar. Je höher man die Hände dabei hält – eventuell berühren sogar die Fingerspitzen die Stirn – umso mehr Ehrerbietung drückt man aus.

 

Immer wieder werde ich gefragt was der Unterschied zwischen Namaste und Namaskar ist.

Meine indische Freundin Bhavna hat es mir einmal so erklärt: wenn ein Mensch meinem Herzen nahesteht sage ich Namaste. Zu allen anderen sage ich Namaskar......so einfach ist das.

 

 

 

Leger kann man diesen Gruß mit „ich grüße das Licht in dir“ übersetzen.

 

 

                                        Mahatma Gandhi hat uns folgende Übersetzung geschenkt:

 

Namaste

Ich verbeuge mich vor dem Ort in dir,

 an dem der ganze Kosmos wohnt.

 Ich verbeuge mich vor dem Ort der Liebe,

 des Lichtes, des Friedens,

 der Wahrheit und der Weisheit in dir.

 Ich verbeuge mich vor dem Ort,

 wo, wenn du an diesem Ort in dir bist,

 und ich an diesem Ort in mir bin,

 es nur das Eine von uns gibt.